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Eigentlich wollte ich für die morgige Linguistik-Prüfung lernen. Aber ich nerve lieber die Leute um mich herum in der Bibliothek mit Tippen.
ZUGFAHREN. Sehr lustig. Japaner haben den Drang dazu, alles perfekt zu machen. So auch beim Warten auf den Zug. Es gibt auf dem Boden aufgemalte Plätze, wo man sich zum Warten in zwei Reihen aufzustellen hat. Tut man es als Gruppe nicht, trauen sich Japaner manchmal nicht in die Nähe, wahrscheinlich, weil sie das Chaos überfordert. Da Züge aber notorisch überfüllt sind (sogar in diesem winzigen Kobe, in dem alle paar Minuten ein Zug fährt), löst sich diese Ordnung immer jäh auf, wenn der Zug einfährt und sich die Türen öffnen. Rempelnd und drängelnd stürzt sich die Masse in den Zug, manchmal ohne die Leute drin zunächst aussteigen zu lassen. Sobald alle drin sind schauen sie wieder wie die Unschuld vom Lande.
Ich bin schon froh, wenn ich irgendwo in der Mitte des Zugs stehen kann und nicht in der Tür. Da kann man sich nämlich nicht festhalten und dort ists auch meistens unangenehm "kuschlig". Es ist grad egal, wieviele Leute sich bereits in dem Zug befinden, mehr Leute haben immer Platz. Sehr verwunderlich bei den körperlichen Berührungsängsten, die mir Japaner sonst zu haben scheinen.
Aber beim Zugfahren gelten eben andere Maßstäbe. Ich warte noch auf das Schild: "Bitte bieten Sie den Platz auf Ihrem Schoß Bedürftigen an und telefonieren Sie nicht."