| « Symfony 1.2-Error 404: Empty module and/or action after parsing the URL | Korea bei Fähre » |
Wenn es regnet, schränkt das die touristischen Betätigungsfelder drastisch ein; das meiste findet in Busan draußen statt. Wir ließen uns nicht abschrecken und kauften nach dem Aufstehen zunächst Regenschirme. Dabei fand die Krücke von einem 100-Yen-Schirm, die mir die letzten neun Monate treue Dienste geleistet hatte, ein würdiges Ende und wurde mangels 100-Yen-Laden durch ein frisches ca. 2,80 €-Luxusmodell ersetzt (gegenüber 80 Cent). Nach dem Frühstück machten wir uns auf zur nächstbesten Bank: Der Reiseführer warnte vor einem komplizierten System von Geldautomaten, von denen man nur einige überhaupt benutzen kann, davon die meisten kein Englisch können und sie unmögliche Öffnungszeiten haben; von alledem war aber nichts zu spüren, Geld abheben war völlig unkompliziert.
Wir entschieden uns für eine Busrundfahrt, was eine gute Entscheidung war, da man auf diese Weise einigermaßen trocken bleibt beim Sightseeing. Man sollte allerdings die Ansagen nicht wörtlich nehmen (wir sind ja nicht in Japan!): Wenn man zwischendurch aussteigt, kommt der nächste Bus laut Ansage in 40 Minuten, aber das trifft natürlich zu, wenn der Bus, aus dem man aussteigt, pünktlich ist... ![]()
Wenn man am UN-Gedenkpark für gefallene Soldaten als Amerikaner ankommt, wird man beinahe aufgefressen von begeisterten Freiwilligen, die Touristen herumführen, denn von allen Ländern schienen sich die USA am meisten im Krieg engagiert zu haben mit ca. 36000 Toten. Als Deutscher bekommt man auf die Schulter geklopft, wir wären ja in der gleichen Situation gewesen wie Nord- und Südkorea. Das wage ich aber zu bezweifeln, denn die Unterschiede der Länder wiegen schwer, angefangen bei der Sprache (Nordkorea pflegt einen aus südkoreanischer Sicht etwas antiquierten Dialekt), über Wirtschaft, Politik und Lebensstandard und endet bei persönlichen Antipathien: Der Freiwillige meinte, er habe zwar Verwandte in Nordkorea, von denen er wegen der Nachrichtensperre seit Jahren nichts gehört hat, ließ sich aber am Ende zu der Aussage "verdammte Nordkoreaner" hinreißen - so wird das bestimmt nichts mit Annäherung oder gar Wiedervereinigung.
Japanisch zu können ist ein klarer Vorteil. Man sollte zwar nicht damit hausieren gehen, da sich Japan (wie Deutschland) durch Kriege und Annexion bei seinen Nachbarländern unbeliebt gemacht und sich (zumindest aus Sicht dieser Länder) nie dafür entschuldigt hat, es kann aber die Ultima Ratio sein, wenn man z.B. eine unbebilderte Speisekarte in Hangul vor sich hat und kein Mensch in dem Restaurant einen Hauch Englisch kann, denn die meisten Leute scheinen zumindest ein kleines bißchen Japanisch zu verstehen. Auch sind die Worte für Speisen teilweise gleich, z.B. "shabu-shabu" für einen Eintopf mit sehr fein geschnittenem Fleisch. Wir bestellten die Empfehlung des Hauses, was ein absolutes Festmahl war. An einem anderen Tag half uns eine Frau vom Nachbartisch, die Englisch konnte, mit der Bestellung. Bevor sie ging schenkte sie uns ihre Lieblingsspeise als Dank dafür, daß wir ihr Land besuchen kommen.
Das Erlernen einiger Brocken Koreanisch gestaltet sich schwierig, da das Lautsystem sich von allen mir bekannten unterscheidet, was das rein phonetische Erlernen erschwert. Auch die Umschrift z.B. von U-Bahnstationsnamen in lateinische Buchstaben ist für die Kommunikation mit Koreanern oft wenig hilfreich, da die Worte meistens ganz anders ausgesprochen werden, als die Umschrift suggeriert. Es wäre besser gewesen, das Alphabet vorher zu lernen, was aufgrund der beschränkten Zahl der Zeichen wahrscheinlich nicht weiter schwer gewesen wäre.
Wenn man mit japanischen Geräten anreist, braucht man einen Adapter, da die Stecker hier Europanorm haben (ansonsten fahren sie auch wieder auf der richtigen Straßenseite
). Da den aber die Lufthansa mitsamt vieler anderer Sachen, die noch so im Koffer waren, verschlampt hat, brauchte ich einen neuen. Es stand für mich fest, daß ich einen solchen am ehesten um einen Bahnhof in einem Convenience Store finde. Fehlanzeige. Nach dem fünften Convenience Store gab ich auf und suchte nach einem Elektroladen. Ich fand einen "LG Electro"-Laden, der gigantische Kühlschränke und Fernseher verkaufte, aber keinen profanen Adapter. Der Verkäufer hatte auch keine Ahnung, wo man einen solchen bekommen könnte. Ich wurde schließlich in einer Nebenstraße bei einem vermeintlichen Kameraladen fündig. Möglicherweise habe ich dabei den Ausländerzuschlag gezahlt, was mich aber nicht weiter störte, denn einen solchen Adapter bekomme ich in Europa wohl kaum für knappe drei Euro.
Gyeongju
Die Stadt liegt ca. eine Stunde mit dem Auto weg von Busan und ist das "Kyoto" von Korea, die alte Hauptstadt mit vielen traditionellen Bauten und Kultur. Sie ist aber meiner Meinung nach etwas weniger spektakulär; das Highlight im wahrsten Sinne des Wortes war das abentlich beleuchtete Imhaejeon, eine Art Park mit einigen erhaltenen Gebäuden, die wohl früher vom Hof als Ort für Feiern genutzt wurde.