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Die Golden Gate Bridge gibt es gar nicht. An der Stelle ist zwar eine große rote Brücke, aber die ist immer komplett im Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern. Man könnte natürlich rüberlaufen, um sich von ihrer wahren Größe zu überzeugen, dann ist man aber klitschnaß und unterkühlt von dem starken Wind, der einem dort um die Ohren pfeift. Für eine Autoüberfahrt muß man Maut bezahlen, die etwas übertrieben ist, wenn man sich bloß für die Brücke interessiert. Geschickt gemacht, das Ganze. Sämtliche Fotos der Brücke im strahlenden Sonnenschein sind wahrscheinlich CAD-Zeichnungen.
Es ist ungemütlich kalt für Sommer (12-14°C) und fast ständig bewölkt. Es gibt nicht umsonst an jeder Ecke Pullover mit der Aufschrift "San Francisco" zu kaufen.
Öffentlicher Verkehr: Für die historische Cable Car an den Endstationen steht man schon mal zwei Stunden an und liefert sich wüste Verbalgefechte mit Leuten, die sich vordrängeln mit der Begründung: "Das macht doch jeder hier. (Zu seinen Freunden: ) Kommt hier rüber!" Auf den schrägen Urheber dieser Aussage wären in dem Moment fast dutzende Leute eingefallen, wenn er nicht freiwillig die Flucht ergriffen hätte. Interessanterweise muß man auch oft länger auf Busse warten, die dann vollerweise ohne anzuhalten vorbeifahren. Einen Fahrplan scheint es nicht zu geben, wenn Busse kommen, dann meistens gleich mindestens drei der gleichen Linie hintereinander. Kein Wunder, daß dieses System kaum Einheimische hinterm Ofen hervorlockt. Taxis sind sehr billig und schon zu zweit kaum teurer als ein Bus.
Frühstücken bzw. Brunchen kann man am besten im Hollywood-Cafe in der North Point Straße. Als von überbordender Cafe-Kultur verwöhnter Berliner vermißt man Cafes in San Francisco. Starbucks & Co schließen diese Lücke nicht.
Expedia eignet sich als Hotelreservierungssystem nur mäßig - die Reservierung vor einem Monat aus Deutschland lief völlig korrekt, nur das Hotel wußte bei der Ankunft um 11 in der Nacht nichts davon. Die ausgedruckte Bestätigung auf Deutsch war wenig hilfreich, immerhin war noch genau ein Zimmer frei...
Alles in allem eine hübsche Stadt, in der man sich aber, wenn man unter Kalifornien schönes Wetter versteht, möglicherweise nicht allzu lange aufhalten sollte. Der Mensch bei der Autovermietung meinte nur resigniert: "Welcher Sommer?"
