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Gestern war ich notgedrungen mal wieder beim Friseur, was meistens etwas anstrengend ist, da es nicht nur ewig lang dauert (unter einer Stunde geht nichts), es extrem teuer ist (mit 30% Rabatt immer noch fast 30 Euro) und ich selbst auf Deutsch das gewünschte Ergebnis nicht beschreiben könnte. Es gibt zwar deutlich billigere Friseure, aber die daraus resultierenden maschinengeschnittenen Militärfrisuren bereut man dann auch gleich für Wochen.
Diesmal ging es besonders lang, da sich ein Mitarbeiter des Friseurladens, der einem Bekannten von mir gehört, schon gründlich auf den seltenen deutschen Informatiker-Besuch vorbereitet hat. Während ich wartete, ließ er seine Kundin im Stich und wollte, daß ich seinen iPod mit dem Internet verbinde (Klicki-Bunti ohne Konsole und Tastatur...).
Vor dem Shampooraum stand er bereits freudestrahlend in den Startlöchern, als ich noch die gefühlt 20-minütige Haarwäsche und Massage über mich ergehen lassen mußte: "Das Lavendel-Shampoo, das sich etwas kühl anfühlt oder ein anderes?"
Als seine Kundin zahlte, konnte er sich dann endlich ganz um mich kümmern, zumal ich mich ja so alleine fühlte mit der netten Dame, die mir die Haare schnitt und dem Shampoo-Fräulein, deren einzige verbliebene Aufgabe noch das mir-die-Brille-reichen war, damit ich mich auch immer wieder zwischendurch vom korrekten Fortgang des Haarschnitts auf der Rückseite überzeugen konnte.
Er spielte mir mit seinem iPod (in Kakophonie zu dem angenehmen Jazz im Hintergrund) R&B, Hippi-Hoppi und solche Sachen vor. Ich habe ja nichts dagegen, aber ich höre lieber Musik. Der Hinweis, daß ich das meiste davon noch nie gehört und keine Ahnung davon habe, ermunterte ihn leider dazu, mir mehr davon vorzuspielen, er ist schließlich hobbymäßiger DJ und hat ganz viel davon: "Übersetze doch mal!" Wie sagt man so schön: "Garbage in - garbage out."
Gott sei Dank durfte ich irgendwann bei meinem sichtlich amüsierten Bekannten an der Theke zahlen, gefolgt von der netten Dame, dem Fräulein und dem Menschen mit dem iPod. An Gehen war nicht zu denken: "Barrakku! Raam! Shuwainstaiga!" Ich nickte ihm zu und meinte, daß ich auch untypischerweise kein so wahnsinniger Fan von Fußball bin. Nach zig weiteren Namen, die mir entfernt bekannt vorkamen, kamen die deutschen Fußballclubs an die Reihe... Bis auf Salzburg saß das alles perfekt.
Die Frisur auch. Japanische Friseurkunst mit dem guten "Shuwarutsukoppfu" aus Deutschland eben. 